Lerntipp: Hausaufgaben erfolgreich meistern (1.Teil)

Erleben Sie die Hausaufgaben mit Ihrem Kind auch als täglichen Stress? Sitzen Sie oft stundenlang mit Ihrem Kind vor den Hausaufgaben und es geht einfach nicht vorwärts?

 

Wahrscheinlich  geht es Ihnen so, wie vielen anderen Eltern. Sie sind frustriert, weil Sie in dieser Zeit eigentlich lieber etwas anderes tun würden. Sie versuchen das Kind zu motivieren, zu drängen und es mit attraktiven Angeboten zu locken. Doch irgendwie führt nichts zum gewünschten Ziel.
Auch Ihr Kind erlebt die Hausaufgaben als etwas Negatives und Schlimmes. Zu allem Übel muss sich das Kind auch noch fast täglich mit dieser Hausaufgabensituation auseinander setzen.

 

Nicht selten leidet unter dieser Situation auch die Beziehung zwischen Eltern und Kind.

 

Die beschriebenen Schwierigkeiten sind immer wieder ein Thema in meinen Lernberatungen. Im Folgenden möchte ich Ihnen ein paar Anregungen und Tipps rund um das Thema Hausaufgaben geben, damit diese effizienter und erfolgreicher gemeistert werden können.

Vor- und Nachteile von Hausaufgaben
Den Kindern fallen oft viele Punkte ein, warum Hausaufgaben mühsam sind. Bei genauerem Betrachten lassen sich vielleicht auch Vorteile erkennen. Die Fragen: „Warum lernst du eigentlich?“ oder „Was hast du eigentlich davon, wenn du lernst und deine Hausaufgaben machst?“ können helfen auch positiven Punkten auf die Spur zu kommen.
Wenn Ihr Kind bereits ein Taschengeld erhält, macht es plötzlich Sinn, dass man rechnen kann. Je mehr das Kind bereits heute versteht, was es davon hat, wenn es in die Schule geht und lernt und gewisse Sachen als Hausaufgaben vertieft, desto motivierter ist es.
Im Alltag ergeben sich oft viele Situationen, bei denen Lesen, Schreiben und Rechnen plötzlich ganz nützlich sein können. Ev. können Sie mit Ihrem Kind einen Wettbewerb veranstalten, wer im Alltag am meisten konkrete Situationen entdeckt, warum das Lernen durchaus Sinn macht.

 

Lernplan erstellen
Das Kind hat eigentlich zwei Arbeitsplätze. Die Schule ist ein Arbeitsplatz und zu Hause hat es einen Arbeitsplatz für die Hausaufgaben. Das Problem ist, dass dieser Arbeitsplatz auch für die Freizeit genutzt wird.
Dies führt oft zu Konflikten, da es nicht immer einfach ist, die Lern- so wie die Freizeit klar voneinander abzugrenzen. Oft ist das Kind beim Lernen gedanklich bei der Freizeit und in der Freizeit denkt es immer wieder ans Lernen und kann diese eigentlich nicht richtig geniessen.
Es kann ein spannendes Unterfangen sein, gemeinsam mit Ihrem Kind in einem Lernplan einzutragen, wann gelernt wird und wann Zeit ist für Hobbys und Freizeitaktivitäten. Das Kind kann sich so bewusst auf seine Freizeit freuen.
Vielleicht stellen Sie auch fest, dass Ihr Kind zu sehr „verplant“ ist und Sie können gemeinsam mit Ihrem Kind nach Alternativen suchen. Womöglich entsteht in diesem Zusammenhang sogar ein besonderer Tag oder Nachmittag, an dem man nach Herzenslust Luftschlösser bauen kann, der zum Faulenzen und Kuscheln einlädt oder ganz andere interessante und kreative Ideen zu Tage befördert.

Motzzeit vereinbaren
Kinder finden oft unzählige Argumente, warum es keinen Sinn macht die Hausaufgaben zu erledigen. Wenn Sie sich auf eine Diskussion mit Ihrem Kind einlassen und dagegen argumentieren, haben Sie in der Regel bereits verloren. Sie stecken in einer endlosen Diskussion fest, die Hausaufgaben bleiben liegen und dunkle Gewitterwolken ziehen auf.
Hier kann es hilfreich sein mit dem Kind eine Motzzeit zu vereinbaren. Lassen Sie das Kind 5-10 Minuten lang nach Herzenslust über die Hausaufgaben schimpfen, bevor sie mit den Hausaufgaben starten. Wenn Sie nicht mit gut gemeinten Argumenten in das Motzen einsteigen und das Kind einfach ins „Leere“ schimpfen lassen, wird ihm das vielleicht bereits vor Ablauf der Motzzeit verleiden und es möchte bereits früher mit den Hausaufgaben beginnen.
Ev. macht es mehr Spass, wenn Sie als Eltern mitmachen und auch über etwas Unangenehmes mitmotzen. Fängt das Kind nach einiger Zeit wieder zu jammern an, wird eine neue Motzzeit vereinbart. Entweder wird gearbeitet oder gemotzt. Aber nicht beides gleichzeitig.

Bei diesem Vorgehen fühlt sich das Kind ernst genommen in seinem Frust rund um das Thema Hausaufgaben. Zudem erhält es die Gelegenheit, bei dem leidigen Thema Hausaufgaben einmal so richtig Dampf abzulassen. Das kann eine grosse Erleichterung sein!

 

Sinnvolle Pausen
Wenn das Kind dann einmal mit den Hausaufgaben anfängt, ist dies für Sie als Eltern eine grosse Erleichterung. Da möchte man das Kind so lange wie möglich arbeiten lassen, damit die Hausaufgaben schnellstmöglich erledigt sind.
Ihr Kind arbeitet aber viel effizienter, wenn Sie immer wieder ein Pause einlegen. Diese sollte kurz sein, damit das Kind wieder problemlos in die Arbeit einsteigen kann. Z.B. ein paar Minuten auf dem Trampolin hüpfen, ein Glas Wasser trinken, zu einem Musikstück tanzen, usw.
Eine Pause, bei der sich das Kind in etwas Neues vertieft und dann kaum mehr davon abbringen lässt, beispielsweise ein Computerspiel, ist nicht ideal.
Beim Thema Pause wird oft fälschlicherweise erst dann eine Pause gemacht, wenn das Kind bereits müde und unkonzentriert ist. Das Kind erlebt die Hausaufgaben so als anstrengend und mühsam. Oft stiehlt es sich dann Pausen, in dem es aus dem Fenster schaut oder bewusst zu früh Müdigkeitserscheinungen anzeigt.
Wenn das Kind aber eine Pause macht, wenn es noch motiviert und konzentriert am Arbeiten ist, beendet es die Arbeit mit einem guten Gefühl und lässt sich so wieder schneller auf die weitere Arbeit ein.
Bei einem schulpflichtigen Kind ist die Konzentrationsspanne ungefähr das Alter mal zwei. Das heisst, ein 10-jähriges Kind kann sich ca. 20 Minuten konzentrieren. Dann oder auch früher wäre eine Pause sinnvoll.

 

Hausaufgabenzeit begrenzen
Eine Faustregel für die Hausaufgabenzeit ist in der Regel 10 Minuten pro Schuljahr. Das bedeutet, dass ein Kind im ersten Schuljahr ein Zeitbudget von 10 Minuten zum Erledigen der Hausaufgaben zur Verfügung hat. Im zweiten Schuljahr wäre dies 20 Minuten.
Eine Zeitbegrenzung führt in vielen Fällen zu einer besseren Arbeitsleistung, da das Kind am anderen Tag nicht nur mit der Hälfte der Hausaufgaben in der Schule erscheinen möchte.
Sie können die Zeit mit einem „Time Timer“ einstellen. Für das Kind ist so gut ersichtlich, wie viel Zeit ihm zur Verfügung steht. Bei vielen Kindern wirkt der Wettlauf gegen die Zeit motivierend. Empfindet das Kind die Zeitangabe als störend, kann diese auch umgedreht werden.
Bleiben Sie als Eltern konsequent bei der Begrenzung der Zeitangabe. In Absprache mit den Lehrpersonen lässt sich diese oft einfacher einhalten. Das Zeitbudget gilt aber nur für das konzentrierte Arbeiten. Trödelt das Kind, wird dies als Pause gesehen und die Uhr wird angehalten. Hier ist die Qualität der Hausaufgabenleistung gefragt und nicht die Quantität.

 

Haben Ihnen die Hausaufgabentipps gefallen? Dann lesen Sie mehr im nächsten Blog zu den Themen:

  •      Mitspracherecht bei den Hausaufgaben
  •      Idealer Arbeitsplatz bei den Hausaufgaben
  •      Wie loben bei den Hausaufgaben?
  •      Wie erstellt man einen Hausaufgabenplan?

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Kommentare: 2
  • #1

    Johana Chester (Mittwoch, 01 Februar 2017 12:48)


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